Sukkulenten richtig gießen

Sukkulenten richtig gießen

Begriffsdeutung

Sukkulenten ist ein Sammelbegriff für Pflanzen, die Wasser speichern. Sie können das mit
fleischigen Blättern, einem dickeren Stiel oder dickeren Wurzeln. Die Sukkulenten bauen ihre Wasserspeicher meist an einer oder höchstens zwei dieser Stellen ein. Die bekanntesten
Sukkulenten sind gewiss Kakteen. Auch die Aloe Gewächse, Fetthennen, einige Kürbisgewächse oder einige Malven, einige Orchideen und einige Agavengewächse sind Sukkulenten.

Wenn sich eine Gattung in Arten unterteilt, können einige Sukkulenten sein und andere eben nicht. Sukkulenten dient als Begriffserklärung für die wasserspeichernden Eigenschaften, nicht für die Verwandtschaft der Pflanzen zueinander. Dabei geht es nicht um die Nährstoffspeicherung oder die Fruchtbildung wie bei Kartoffeln, Rüben oder Tomaten. Sukkulenten speichern nicht Nährstoffe sondern Wasser und greifen auf die Wasserspeicher bei Trockenheit zurück.

Häufiges Wässern schadet

Wenn die Pflanze viel Wasser speichert, um eine längere Trockenheit unbeschadet zu überstehen, braucht sie nicht ständig Regen. Vielleicht nicht alle, aber gewiss ein Großteil der Sukkulenten wird durch ein häufiges Wässern schnell Schaden nehmen. Die Wurzeln oder der Stammansatz werden faulen. Wenn diese Fäulnis einmal einsetzt, kann oft nicht mehr viel gerettet werden oder es wird seine Zeit dauern.

Die meisten Sukkulenten speichern nicht nur Wasser ein, sie arbeiten auch mit einer geringen Verdunstung oder können diese weit runter fahren. Wenn sie regelmäßig und reichlich gegossen werden, können sie das Wasser nicht einfach aufsaugen und verdunsten lassen.

Der Urlaubsschock

Wer aus dem Urlaub heim kommt, flucht häufig über die „ersäuften“ Kakteen. Jetzt kann nicht einfach weniger gegossen werden. Man sollte wirklich die ganze Kaktee mit dem Erdballen vorsichtig aus dem Topf ziehen und in einem dunklen und trockenen Raum ein paar Tage „trocknen“ lassen. Je nach verwendeter Erde oder Wurzelentwicklung geht das leider nicht immer. Möglicherweise kann es helfen, wenn einer den Topf auf den Kopf dreht und darauf klopft und der andere die Kakteen vorsichtig entnimmt?

Sehr viele Sukkulenten benötigen einen sandig-steinigen Bodengrund mit gewissen Mineralien. Es gibt nicht grundlos Kakteenerde im Handel, die nicht grundlos ihren Preis hat. Viele Orchideen benötigen hingegen eine Orchideenerde, die ganz anders beschaffen sein soll.

Sukkulenten erst trocken werden lassen

Wer alle paar Tage seine Pflanzen gießt, sollte die Sukkulenten auslassen. Diese können besser zwei bis drei Monate gar nicht gegossen werden, als alle drei Tage. Im Hochsommer und im heißen Südseitenraum sollte natürlich etwas regelmäßiger gegossen werden als im Winter. Und das ist der springende Punkt, dass viele Sukkulenten wegen der kürzeren Tage und der kühleren Temperaturen ruhen sollen. Viele dieser Pflanzen sollen nicht einmal im Wohnzimmer bei 20° Celsius sondern in einem Nebenraum bei möglichst nur 10° Celsius überwintern. Damit werden sie im nächsten Jahr besser blühen. Bei anderen Sukkulenten wäre das hingegen weniger wichtig. Dennoch soll im Winter seltener gegossen werden.

Bei Kakteen und einigen anderen Sukkulenten kann auch einfach gewartet werden, bis die fleischigen Körper etwas an Spannung verlieren. Gerade bei Kakteen, den Aloe Gewächsen oder den vielen Fetthennen wäre das eine sehr gute Strategie, mit der ein Überwässern verhindert werden kann.

Eigene Erfahrungen

Seit über 5 Jahren befinden sich einige Kakteen und Orchideen im eigenen Haushalt. Die „Baumarktorchideen“ haben keine fleischigen Wasserspeicher und sind damit keine Sukkulenten. Hier sollte bereits gegossen werden, bevor den Pflanzen die Trockenheit angesehen wird. Diese vertragen im Übrigen keine direkte Sonneneinstrahlung. Die Orchideenerde von Seramis hält das Wasser auch nach all den Jahren noch sehr gut, es wird meist nur alle 4 bis 8 Wochen gegossen. Solange diese Pflanzen nicht in der Pfütze stehen bleiben, können sie mit der Orchideenerde nicht wirklich übergossen werden. Das Wasser läuft einfach raus und es entsteht keine Staunässe.

Wegen der Preise für Kakteenerde wurde einfach mit Sand, Seramisgranulat, feinem Kies und etwas Erde eigene Kakteenerde angemischt. Auch hier wurde in der ganzen Zeit nicht umgetopft. Die Kakteen werden eher alle zwei Monate einmal richtig nass gegossen. Dabei sollen sie doch der Nässe nicht ausgesetzt sein? Sie sollen dieser nicht lange ausgesetzt sein! Wegen der sandigen Erde mit kleinen Seramis- und Kiessteinchen bildet sich kein Morast. Für ein bis zwei Wochen schadet diese Feuchtigkeit den Kakteen nicht und dann stehen sie mehrere Wochen trocken.

Das klappt mit dem richtigen Boden vermutlich bei allen Kakteen, sie nur alle paar Monate einmal, dann aber auch gut zu gießen. In all den Jahren sind keine Orchideen oder Kakteen eingegangen. Und letztere wurden sogar selber gesät. Sie hatten in der Anfangszeit ein Topfvolumen, aus dem sie das Wasser nicht eben aufsaugen konnten.

Nicht oder nur knapp düngen

Auch Sukkulenten haben gewisse Ansprüche an das Wasser. Wäre das Leitungswasser zu kalk- oder nitrathaltig, wäre Regenwasser besser. Einige Sukkulenten sind hier sogar extrem empfindlich. Wer kein Regenwasser hat, sollte demineralisiertes Wasser verwenden. Die eigenen Kakteen und Baumarktorchideen werden mit gutem Leitungswasser und ganz wenig Dünger gegossen. Dieser muss sich natürlich für die Pflanzen eignen. Aber auch hier ist weniger besser.

Wer seine Sukkulenten im Garten setzen möchte, sollte einen Steingarten anlegen, bei dem das Regenwasser schnell ablaufen und einsickern kann. Die meisten Sukkulenten werden nicht nur trockene, sondern auch sonnige Stellen bevorzugen.

Sind die Pflanzen nicht winterhart, wären sie im Wintergarten zu überwintern. Auch hier sollte mit großen Zeitabständen gegossen werden. Im Steingarten sollte auf das Wässern selbst in den trockenen Sommermonaten sogar verzichtet werden. Sukkulenten haben ihre Eigenschaft nicht lediglich ausgeprägt. Sie scheinen die trockenen Phasen für ein gutes Gedeihen sogar zu benötigen.

One Response to Sukkulenten richtig gießen

  • Hallo Robert, vielen Dank für den sehr informativen Beitrag. Jetzt wird mir langsam klar, was mir meine Aloe und eine meiner Kakteen so übel genommen haben 🙂 Gruß Eva

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