Wie der Schnee zu seiner Farbe kam

Vor langer Zeit war der Schnee ganz ohne Farbe und wollte doch so gerne eine haben.
Da überlegte er, wen er bitten könnte, ihm etwas Farbe abzugeben.

Schneeglöckchen


Zuerst ging er zur Erde. “Gib mir ein wenig von Deiner braunen Farbe”, bat er.
Die Erde aber schlief und antwortete nicht.

Da ging der Schnee zum Gras.
“Gras, gib mir ein wenig von deiner Farbe!”
Das Gras jedoch fand, es gebe schon genug grüne Sachen.

Darauf sprach der Schnee mit einer wunderschönen Rose:
“Gib mir ein wenig von Deinem Rot!”
Doch die Rose war schüchtern.

“Hast Du ein wenig blaue Farbe übrig?” rief der Schnee dem Himmel zu.
Der aber hörte ihn nicht.

Auch die Sonne bat der Schnee vergeblich, sie ging gerade hektisch unter.

Schließlich blieb der Schnee vor einer winzigen weißen Blume stehen.
“Könntest Du vielleicht ein wenig von Deiner schönen Farbe entbehren?” fragte er.
Und die Blume antwortete:
“Warum nicht? Nimm Dir soviel du brauchst!”
So bekam der Schnee seine weiße Farbe, und bis zum heutigen Tag ist er weiß geblieben.
Aus Dankbarkeit läßt der Schnee die kleinen Schneeglöckchen unter seinem
Schutz unbehelligt wachsen.

(Nach einem Volksmärchen)

Eine andere Variante sagt aus, dass der Schöpfer dem Schnee die Wahl lies,
er dürfe sich seine Farbe selbst auswählen, und so ging der Schnee von Blume zu Blume
und fragte auch den Wind. Aber niemand ausser dem Schneeglöckchen erbarmte sich.

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Angeblich wurden in der stromlosen Zeit Schneeglöckchen (Galanthus) am
Weg zum Toilettenhäuschen gepflanzt, damit man im Mondschein den Weg besser
erkennen konnte.

Ausmalvorlage Schneeglöckchen

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