Das Rigolen

Mein Mann und ich beschäftigen uns schon länger mit naturnahem Gärtnern und sind große Bio-Freunde. Ich weiß nicht mehr wie wir ursprünglich auf die Bücher von John Seymour gestoßen sind (eines davon auf dem Flohmarkt), aber das sind unserer Meinung nach die ultimativen Bibeln zu dieser Thematik:       

>Selbstversorgung aus dem Garten< und >Das grosse Buch vom Leben auf dem Lande<

Wenn man diese beiden Bücher besitzt braucht man keine anderen mehr. Auch mit einem ehemaligen Arbeitskollegen (liebe Grüße an Herrn Schott) habe ich darüber gesprochen, und er sagte lustigerweise genau das Selbe!

Die beiden Bücher „Vergessene Künste“ und „Vergessene Haushaltstechniken“
haben wir noch nicht, das werden wir aber in Kürze ändern.

Mittlerweile gibt es auch dünnere, Bücher von Herrn Seymour z.B. „Mein Nutzgarten“ die scheinbar Ausschnitte aus den großen Büchern sind.

Im Oktober 2012 haben wir uns einen lang gehegten Wunsch erfüllt und ein Bauernhaus gemietet das ca. 1886 gebaut wurde. Mit Haus- und Hoffläche, Garage, Rasen, Kräutergarten, Scheune, Backhaus und Grünland sind es rund 6.000qm. Auch ein eigener Brunnen gehört dazu.

Bis vor 20 oder 30 Jahren soll es hier einen Gemüsegarten mit unglaublich großen Erdbeeren, monströsen Tomaten und noch viel riesigeren Rettichen gegeben haben. Leider war hiervon NICHTS mehr zu sehen, geschweige denn zu erahnen.

Das hieß für uns schwitzen, und das Land „wieder urbar machen“.
Nun wussten wir warum es bei den alten Pionieren hies: „der Natur das Land abringen“.

John Seymour empfiehlt die Technik des Rigolens, was soviel heißt wie zwei Spaten tief umgraben.
Danach ist die Grasoberfläche unten verkehrt herum begraben, wodurch das Gras nicht gleich wieder das schöne neue Beet zu wuchert.

Da ich Hasen halte, verfügten wir auch um massig Mist mit dem wir den Graben zusätzlich auffüllten.

Der Boden wird durch die spezielle im Buch beschriebene Grabetechnik gelockert und darf anschließend nicht mehr betreten werden. Durch die Mistbeigabe und das alljährliche lockern mit der Grabegabel wird der Boden auf Dauer verbessert.

So unglaublich viele Regenwürmer wie hier habe ich noch nie auf so kleiner Fläche gesehen!!!

Das hat Potenzial für den Boden des Jahres 🙂
http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Boden/Aktuelles/Archiv/Boden-des-Jahres-2013.html
Das ist kein Scherz! Es gibt tatsächlich ein Kuratorium Boden des Jahres – eine Jury – die jedes Jahr den Boden des Jahres kürt. Vielen Dank an Jens B. aus Sachsen, ohne den ich diese überlebensnotwendige Info nie bekommen hätte 🙂

 

Schweißtreibende Arbeit:

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

War zwar keine Absicht und dann doch etwas holzig, die Radieschen haben sich im frisch angelegten Beet jedenfalls wohlgefühlt:

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Schreiben Sie einen Kommentar